Nicht nur in Deutschland ist Bier das meist konsumierte alkoholische Getränk. Doch in kaum einem anderen Land ist die Zahl der Brauereien und die Zahl der produzierten Sorten so groß wie bei uns.
Die in Deutschland beliebteste Sorte ist Pils. Diese Brauart ist ein Kind des 19. Jahrhunderts und wurde in der böhmischen Stadt Pilsen erfunden, nachdem dort die einheimische Bevölkerung das klassische Pilsner Bier verschmähte. So holte man einen neuen Braumeister aus Bayern, der die neue untergärige Brauart nach Böhmen brachte. Ein Pils zeichnet sich seither durch seine deutliche Hopfennote aus, die Stammwürze liegt bei höchstens 12,5 %.
Die untergärige Brauart kam mit besseren Kühl- und Filtertechniken zu weiterer Verbreitung, z.B. als Dortmunder Export oder Münchner Helles. Diese zeichnen sich durch etwas weniger Hopfen, dafür durch einen ausgeprägteren Malzton aus. Exportbier bzw. Helles verfügt meist über einen etwas kräftigeren Alkoholgehalt als ein Pils. Ursprünglich wollte man das Bier dadurch haltbarer für den Transport machen, daher auch der Name.
Ein Vertreter der obergärigen Brauweise hingegen ist das Altbier. Das „Alt“ weißt lediglich auf die ältere Brauweise hin, denn das untergärige Brauen kam, wie erwähnt, erst im 19. Jahrhundert auf. Ein Altbier kann daher die unterschiedlichsten Ausprägungen haben, mal heller mal dunkler sein, auch wenn heute umgangsprachlich vor allem die dunkleren Varianten als Altbier bezeichnet werden. Von der Brauart betrachtet ist jedoch auch das Kölsch ein klassisches Altbier. Kölsch zählt ebenso zu den obergärigen Bieren, es kommt mit einer „schlanken“ Stammwürze von rund 11% Prozent aus und muss hopfenbetont sein.
Inzwischen sind diese Biere wieder auf dem Vormarsch, die reinen Pilszeiten sind in Deutschland längst wieder vorbei. Dazu beigetragen hat auch der Trend zum Weißbier bzw. Weizenbier. Auch dies ist ein klassisches obergäriges Bier und wird in der Regel nicht-filtriert, sondern naturtrüb getrunken. Es zeichnet sich durch seinen hohen Kohlensäuregehalt und einen Alkoholgehalt von ca. 5% aus.